21. August 2006
14.08.2006
So langsam trudeln die neuen Themen ein. Auch wenn vieles ‘auf der Straße’ liegt, so macht es doch immer Arbeit, die entsprechenden Gesprächspartner zu suchen. Es hat auch Nachteile, wenn man sein eigener Intendant ist. Ich war gestern zu einem Vorgespräch bei dem Fraunhofer Institut SCAI in St. Augustin. Immer, wenn ich dort hinfahre, kommen so alte GMD Gefühle auf. Diese Institution hat uns lange in Computerclubzeiten begleitet.
Ich war bei Prof. Ulrich Trottenberg, dem Institutsleiter. Wir besprachen zwei Themen für den CC2: ein Rückblick auf seine Entwicklung des schnellstens Rechners der Welt: Suprenum. Dieser Computer hatte zwar eine tolle Architektur - doch ein wirtschaftlicher Erfolg wurde es nie. Es war wohl auch zu früh für einen massiv arbeitenden Parallelrechner.
Ich kann voll Stolz berichten, dass ich vor zwei Jahren ein Viertel der Hauptplatine zu Hause in meinem Arbeitszimmer hängen habe. Ich kann ja gerade mal ein Bild davon machen.
Doch jetzt kommen plötzlich mit der Multicoretechnik die alten Strategien und Algorithmen zurück. Denn auch hier muss massiv parallel gearbeitet werden. Es gibt sicherlich keinen besseren Experten auf diesem Gebiet. Ich freue mich schon auf das Gespräch.
Danach werden wir noch ein zweites Thema (vielleicht tauschen wir es auch) für eine der nächsten Sendungen vorbereiten. Gridcomputing ist ein Schlagwort, das unsere Welt sicherlich noch sehr verändern wird. Es geht dabei um verteiltes Rechnen. Das krasseste Beispiel fällt mir da immer ein. Ein Handy muss mit physikalischen Engpässen leben. Der Akku soll lange Standbyzeiten haben, der Stromverbrauch muss daher in Grenzen gehalten werden.
Damit sind dem Prozessor Grenzen gegeben. Wird er zu schnell getaktet, dann frißt er zu viel Strom. Wenn ich nun ein rechenintensives Problem habe und viel Rechenleistung brauche, so gelingt das dem eingebauten Prozessor nicht, in erträglicher Zeit, ein Ergebnis zu produzieren.
Also formuliert man sein Problem, sendet es an einen anderen Computer im Netz und der greift nun im GRID auf viele andere Rechner zurück und schickt dann das Ergebnis wieder an das Handy zurück.
Ist vielleicht ein bisschen sehr weit ausgeholt, aber in der Wissenschaft (z. B. Weltraumsimulationen oder Wetter) werden mächtige Rechner benötigt. Wenn man nun die Kräfte international bündeln kann, so kann dies auch kostengünstiger geschehen.
Mal sehen, ob das noch Gehingespinste sind, oder ob da schon realistische Lösungen dahinterstecken.